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ATP Gijon: Thiem kämpft sich ins Viertelfinale

Österreichs Aushängeschild nimmt vor dem Erste Bank Open in Wien aktuell in Spanien an Fahrt auf.

Dominic Thiem ©GEPA pictures

Die Erfolgserlebnisse auf der ATP-Tour mehren sich weiter: Dominic Thiem scheint sich rechtzeitig vor dem Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle in seiner Form wieder zu steigern. Der US-Open-Sieger von 2020 hat am späten Mittwochabend beim Gijon Open sein erstes Viertelfinale auf der ATP-Tour seit dem Generali Open Kitzbühel Ende Juli in der Heimat erreicht. Der Niederösterreicher (ATP 165) hatte am Montagabend zunächst den Portugiesen Joao Sousa (ATP 64) erstaunlich klar mit 6:2, 6:0 abgefertigt und legte nun mit einem 3:6, 6:4, 6:0 gegen den US-Amerikaner Marcos Giron (ATP 62) nach. Damit kämpft der Schützling von Nicolas Massu am Freitag entweder gegen den viertgereihten Argentinier Francisco Cerundolo (ATP 29) oder den französischen Qualifikanten Manuel Guinard (ATP 153) um einen Platz im Halbfinale des ATP-250-Hartplatzturniers. Es wäre sein zweites seit seinem Ende März gestarteten Comeback nach seiner so langwierigen Handgelenksverletzung – nach jenem in Gstaad in der Woche vor Kitzbühel.

Thiem zieht den Kopf aus der Schlinge

Thiem hatte nach dem Endspiel beim ATP-90-Challenger in Rennes und den Achtelfinal-Niederlagen bei den ATP-250-Events in Metz und Tel Aviv eine Trainingswoche daheim in Österreich eingelegt, um sich auf die 250er-Veranstaltungen von Gijon und Antwerpen sowie das 500er-Heimturnier in Wien vorzubereiten. Die Pause dürfte gutgetan haben: Gegen Sousa zeigte er eine Galavorstellung, ließ keinen einzigen Breakball gegen sich zu, verlor im zweiten Satz lediglich acht Punkte und musste dabei in keinem Game auch nur über Einstand gehen und zog nach gerade mal 61 Minuten ins Achtelfinale ein. Dort hatte er im zweiten Duell mit Giron, nach dem 6:1, 6:3 in Madrid 2021, diesmal allerdings weitaus stärker zu kämpfen. Zwar machte der Lichtenwörther aus einem 0:2 ein 3:2 und 30:0 bei eigenem Aufschlag, kassierte aber das Rebreak, verspielte im Game danach bei 15:40 zwei weitere Breakchancen zum 4:3 und verlor den Satz letztlich doch mit 3:6.

Der zweite Durchgang dauerte, nach Marathongames zu Beginn (im vierten Spiel musste Giron bei seinem Service etwa neunmal über Einstand gehen), allein bis 2:2 schon stolze 45 Minuten und war heißumkämpft. Nach einem Break zum 4:2 stand Thiem kurz darauf bei 4:4 und 30:40 bei eigenem Aufschlag bereits mit dem Rücken zur Wand, zog jedoch mit sechs Punkten in Serie den Kopf aus der Schlinge und verschaffte sich hiermit drei Satzbälle – beim dritten half Giron per Doppelfehler nach. Damit war Girons Widerstand gebrochen, der Entscheidungssatz verlief dann einseitig: Thiem zog mit 12:3 in Punkten gleich auf 3:0 davon, nahm seinem Kontrahenten – jeweils nach dessen 40:30-Führung – nochmals das Service zum 4:0 und 6:0 ab, verwehrte ihm letztlich gar ein Ehrengame. Der nächste Gegner von Österreichs Weltklassemann wird erst am Donnerstag ab 12:00 Uhr ermittelt, weder gegen Cerundolo noch gegen Guinard hat er bereits gespielt.

„Ich wollte zu viel“

„Es war ein sehr intensives Match, mit langen Ballwechseln und viel Laufarbeit“, meinte Thiem nach dem Auftritt. „Es war sehr knapp, am Ende des zweiten Satzes konnte vieles passieren. Marcos war knapp am Sieg dran. Im dritten hatte ich dann einen Lauf, und so war es ein toller Abend für mich.“ Dennoch zeigte er sich mit seiner gebotenen Leistung diesmal weniger zufrieden als gegen Sousa: „Ich war zu Beginn sehr nervös, weil ich am Montag so gut war. Ich wollte zu viel, deshalb war ich nicht so frei wie am Montag“, ließ er durchblicken. „Marcos hat sehr gut gespielt. Aber durch solche Spiele muss man eben durch. Ich bin sehr glücklich mit dem Sieg.“ In der Weltrangliste macht Thiem mit den 45 ATP-Punkten wieder deutlich Boden gut, zieht punktemäßig mit seinem Kumpel Dennis Novak gleich und findet sich jetzt im Live-Ranking noch vor diesem, auf Platz 149. Das angepeilte Ziel der Rückkehr unter die Top 100 bis zum Jahresende rückt damit erneut ein Stück näher. Ein weiterer Sieg in der Universitäts-, Hafen- und Industriestadt in der nordspanischen Region Asturien brächte ihn auf bis zu Rang 131, mit einem Titelgewinn würde er sein Saisonziel direkt erreichen und auf bis zu Position 93 stürmen.

Hier alle Ergebnisse des ATP-Turniers in Gijon.

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