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Lucas Pouille gewinnt das "Erste Bank Open 500"

Lucas Pouille hat am Sonntag das mit 2,6 Millionen Euro dotierten "Erste Bank Open 500" in der Wiener Stadthalle gewonnen und seinen bisher größten Karriereerfolg gefeiert.

©GEPA pictures | Walter Luger

Erstmals in der Geschichte des Stadthallenturniers in Wien gab es ein französisches Endspiel: Jo-Wilfried Tsonga und Lucas Pouille setzten sich gestern im Halbfinale gegen den Deutschen Philipp Kohlschreiber bzw. den Briten Kyle Edmund durch. Für Tsonga ging es im Endspiel um seinen zweiten Titel bei den Erste Bank Open nach 2011. Aus dem allerdings nichts wurde. Denn: Der 23-jährige Lucas Pouille ließ seinem routinierteren Gegner und Publikumsliebling Jo-Wilfried Tsonga keine Chance und setzte sich ganz glatt 6:1, 6:4 durch. Bei Tsonga schienen sich vor allem im ersten Satz die Strapazen der letzten zwei Wochen – inklusive Triumph in Antwerpen – bemerkbar zu machen. Da fand der 32-jährige überhaupt nicht ins Match und musste diesen mit zwei Breaks 1:6 abgeben. Im zweiten Satz kämpfte sich Tsonga etwas besser ins Match, kassierte aber dennoch wieder ein frühes Break und musste sich letztlich nach knapp 72 Minuten 1:6, 4:6 geschlagen geben. Für Lucas Pouille, der ganz souverän zu Null ausservierte, ist es der dritte Turniersieg im Jahr 2017, der erste überhaupt auf ATP-500-Ebene. Pouille war bei der Siegerzeremonie natürlich besonders gut aufgelegt und zeigte auch Sinn für Humor. So meinte er auf deutsch: „Diese Woche war ich ein Wiener!“ Damit erfreute er auch Turnierdirektor Herwig Straka, der insgesamt eine äußerst positive Bilanz ziehen konnte.

Herwig Straka über…

die Zuschauerzahlen: Letztes Jahr waren es 58.000, heuer haben wir die 60.000 sicher überschritten. Wir müssen noch schauen, wieviel Einfluss der Sturm am Sonntag auf den Verkauf der letzten Restkarten hatte. Die 60.000 waren unser großes Ziel und das zu erreichen, macht uns nach vielen Jahren einfach stolz.

…die Besucher-Reaktionen: Das gerade zu Ende gegangene Doppel ist der beste Beweis, wie gut das Turnier angenommen wird. Das war jetzt von den Namen her wirklich kein Highlight und trotzdem waren 6.000 Leute in der Halle. Wir haben ein richtiges Tennispublikum. Die ganze Woche über war es relativ egal, wer da gerade gespielt hat, es war immer voll und tolle Stimmung. Das war das größte Highlight für mich.

… Stars für die nächsten Jahre: Realistisch wird nächstes Jahr wieder Andy Murray spielen. Ich hatte auch ein gutes Gespräch mit Alexander Zverev, der von sich selbst sehr enttäuscht war. Er hat von selbst angekündigt, dass er wiederkommen will, also werden wir daran arbeiten. Wir wollen aber auch neue Spielernamen bieten: Kei Nishikori wollen wir wieder einladen, nachdem es heuer verletzungsbedingt nicht geklappt hat, und natürlich ist auch Rafael Nadal ein Thema. Der ist unser großer Wunsch. Sein Vertrag mit Basel ist abgelaufen, aber ich weiß nicht, wie es für die Zukunft aussieht, nachdem er dort wieder abgesagt hat. Ich werde bei den ATP Finals in London auf jeden Fall mit ihm reden. Wenn uns das gelingt, müsste man mit den Sponsoren aber aufstocken. Wir sind mit VIP und Eintrittstickets an der Decke.

… Zusammenarbeit mit der Erste Bank und der Wiener Stadthalle: Die Erste Bank ist seit vielen Jahren unser Partner und hat zu Beginn geholfen, dass wir das Turnier überhaupt weiter veranstalten können. Wir waren und sind in guten wie in schlechten Zeiten Partner. Für eine Bank ist das wohl das schönste Kompliment. Mit der Wiener Stadthalle verbindet uns natürlich schon eine lange Partnerschaft. Wir haben es gemeinsam geschafft, das Turnier in neue Sphären zu heben. Und ich glaube schon, dass noch mehr geht. Wir haben neue Ideen, wollen auch weiter Neues lancieren. Es gibt da noch den Montag und den Mittwoch, wo wir nicht voll waren. Natürlich ist das ein Ziel auf hohem Niveau. Aber wir mussten heuer die oberen Ränge nur an zwei Tagen teilweise schließen. Das ist schon sehr gut gewesen.

… neue Ideen für das Turnier: Wir haben zwei Markenkerne identifiziert, die typisch für Wien und Österreich sind. Wir wollen das Thema Musik weiter ausbauen, da ist auch die Staatsoper ein Thema. Der zweite Kern ist Innovation, wo wir in den letzten Jahren schon versucht haben, die Ersten zu sein. Wir haben nach wie vor als einziges Turnier Netze für die Ballkinder. Genauso wie das Erste-Bank-Voting. Das kommt bei Spielern und Publikum unglaublich gut an. Wir werden auch in Zukunft einiges tun, um den Unterhaltungswert zu steigern.

Information

Erste Bank Open 500 | Website

 

 

Rein französisches Finale: Turniersieger Lucas Pouille (li.), Finalist Jo-Wilfried Tsonga

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