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French Open: Potapovas Paris-Traum trotz großem Kampf zu Ende

Dennoch steht unterm Strich das erste österreichische Grand-Slam-Achtelfinale seit knapp 14 Jahren.
Verfasst von: Manuel Wachta, 01.06.2026
© GEPA pictures / Matthias Hauer
Anastasia Potapova (rechts) musste Anna Kalinskaya (links) zum ganz knappen Sieg gratulieren.

Anastasia Potapova hat die heimischen Tennisfans zum Beginn der neuen Woche erneut mit einem hochklassigen Tennisthriller beglückt – dieses Mal allerdings ohne Happy End. Zwei Tage nachdem die 25-Jährige bei den French Open in Paris in der dritten Runde die auf vier gesetzte US-Titelverteidigerin Coco Gauff (WTA 4) sensationellerweise eliminiert hatte, ist für das ÖTV-Ass am frühen Montagnachmittag im Achtelfinale hauchdünn das Aus gekommen. Die auf 28 gereihte Wahlösterreicherin (WTA 30) musste sich der auf 22 positionierten Russin Anna Kalinskaya (WTA 24) nach tollem, 2:49-stündigem Kampf auf Court Suzanne-Lenglen mit 4:6, 6:2, 6:7 (7:10) geschlagen geben. Trotzdem ist Potapova dadurch die erste österreichische Grand-Slam-Achtelfinalistin seit Tamira Paszek, die in Wimbledon 2011 und 2012 zweimal nacheinander sogar das Viertelfinale erreicht hatte. Ihre bislang einzige Achtelfinalteilnahme hatte sie bei den French Open 2024 noch unter russischer Staatsbürgerinnenschaft verbucht. In der Weltrangliste dürfte sich Potapova am nächsten Montag auf bis zu Position 26 verbessern. Ihr Career High steht bisher und weiterhin mit Platz 21 zu Buche.

Potapova hatte bereits vor ihrem Achtelfinaleinzug in den letzten Tagen gar keinen Hehl mehr draus gemacht, sich bei Roland-Garros 2026 den Titelgewinn zuzutrauen und fest vorzunehmen. Und nach dem Coup gegen Gauff untermauerte sie ihre Ambitionen durch eine weitere starke Leistung gegen Kalinskaya. Schon Satz eins hätte anders ausgehen können, doch nach einer 4:1-Führung mit Doppelbreak gelang ihr kein Spielgewinn mehr. Im zweiten Durchgang glückte ihr dafür sogleich im ersten Game ein Break, das sie nach hartem Fight im Finish vorentscheidend zum Doppelbreak ausbaute. Im entscheidenden dritten Abschnitt machte Potapova dann einen 1:4-Rückstand bravourös wett. Und noch mehr: Bei 5:4 und 6:5 servierte sie sogar jeweils auf den Matchgewinn, kassierte jedoch beide Male prompt das Rebreak. Bloß zwei Punkte hatten sie bei 6:5 und 30:15 vom Sieg getrennt, und auch eine 3:0-, 4:1- und 5:4-Minibreakführung im Match Tiebreak sollte ihr nicht zum Sprung ins Viertelfinale reichen. Kalinskaya nahm am Ende dann wieder mehr Risiko und kam damit zum Erfolg.

Behrmann meistert auch Zweitrundenauftritt

Durch Potapovas Niederlage bleiben Petra Schwarz (French Open 1994), Judith Wiesner (Wimbledon und US Open 1996), Sylvia Plischke (French Open 1999), Barbara Schwartz (French Open 1999), Barbara Schett (US Open 1999) und Paszek (Wimbledon 2011 und 2012) im Einzel die einzigen rot-weiß-roten Viertelfinalistinnen auf den größten Bühnen des Tennissports. Dafür lebt in den Jugendbewerben – nach dem letztjährigen Triumph von Lilli Tagger bei den Mädchen – noch die Chance auf einen heimischen Pokalgewinn. Denn Thilo Behrmann hat am Montagnachmittag bei den Burschen nun auch die zweite Aufgabe im Hauptbewerb mit Bravour gelöst. Der siebtgesetzte Wahlburgenländer (ITF 7) fertigte den 18 Jahre alten Deutschen Oliver Majdandzic (ITF 80) in 1:24 Stunden mit 6:3, 6:1 ab. Sein Gegner im Achtelfinale wird erst am Dienstag ermittelt.

| GEPA pictures / Matthias Hauer

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