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Turniere Kids & Jugend ITF

Bravo, Joel! Schwärzler bei ITF Junior Finals unter den letzten Vier

Der ÖTV-Youngster fährt beim Abschlussturnier in Chengdu seinen zweiten Gruppensieg ein.
Verfasst von: Manuel Wachta, 20.10.2023
© GEPA pictures / Francois Asal
Joel Schwärzler

Wer nicht siegt, der fliegt: Die Ausgangsposition war vorm dritten und letzten Spieltag in der Gruppe B der 2023 ITF World Tennis Tour Junior Finals in Chengdu klar, denn die vier Spieler hatten alle bei je einem Sieg und einer Niederlage gehalten. Und Joel Schwärzler hat es an diesem Freitagmorgen nach MESZ tatsächlich geschafft: Der 17-Jährige steht in China dank seines zweiten Matcherfolgs nunmehr im Semifinale des Abschlussevents der acht besten Spieler:innen der Saison. Der Vorarlberger (ITF 7) bezwang bei der alles entscheidenden Partie um den Aufstieg den Italiener Federico Cina (ITF 10) mit 6:4, 4:6, 6:3 und schnappte sich dadurch gar noch den Gruppensieg. Im Kampf um einen Platz im Endspiel geht es für ihn am Samstag gegen den viertgesetzten Bulgaren Iliyan Radulov (ITF 8), welcher die Gruppe A, nach zuvor zwei Erfolgen, durch eine Niederlage gegen den toppositionierten Mexikaner Rodrigo Pacheco Mendez (ITF 2) als Zweiter abschloss. Das zweite Halbfinale bestreiten Pacheco Mendez und der Serbe Branko Djuric (ITF 14).

„Sehr glücklich“: Schwärzler sieht Hauptziel erreicht

Schwärzler hatte in der Vorwoche sensationell den Osaka Mayor’s Cup (ITF-J500-Event) für sich entschieden und damit für den größten österreichischen Jugenderfolg seit dem Coup von keinem Geringeren als Dominic Thiem bei der Orange Bowl in Plantation 2011 gesorgt. Im Doppelbewerb hatte er außerdem das Halbfinale erreicht – an der Seite von Cina, den er nun auch beim zweiten Duell der beiden in die Schranken weisen konnte. Im ersten Satz entschied ein Break zu null im zehnten Game für Schwärzler, der im zweiten Abschnitt dann aber gleich 0:2 in Rückstand geriet. Der Zwischenspurt zum 2:2 brachte keine gänzliche Wende: Einen weiteren Aufschlagverlust zum 2:3 konnte er darauf nicht mehr aufholen. Doch in den alles entscheidenden dritten Durchgang startete der Harder mit einem Break zum 2:0 wesentlich besser. Er musste schließlich nur noch bei 3:1 eine Breakchance abwehren und machte bei seinem zweiten Matchball dank zwei Rückhand-Cross-Winnern in Folge eiskalt den Sack zu.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich morgen das Halbfinale spiele. Das war das Hauptziel“, erklärte Schwärzler beim Siegerinterview auf dem Platz und zeigte sich dennoch recht selbstkritisch. „Meine Leistungen waren diese Woche nicht so großartig, ich muss mich immer noch an den Platz und an die Bälle gewöhnen. Aber es wird besser und besser, und ich hoffe, dass meine Leistung morgen besser als heute sein wird und übermorgen genauso.“ Und unterstrich mit seinen Worten seine Ambitionen, auch mit einem Auftritt am Finaltag des Turniers am Sonntag zu planen. Seine so beeindruckende Entwicklung in den zwei Jahren, seit denen Schwärzler im ÖTV-Leistungszentrum Südstadt trainiert, führte er vor allem auf die Arbeit mit ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer zurück, über den er im Interview ebenso sprach. „Wir haben eine sehr persönliche Beziehung. Er war ein Ex-Top-Ten-Spieler im Einzel und Doppel. Er kann mir viel erzählen und wir haben ein ähnliches Spiel. Er hilft mir jeden Tag und versucht sein Bestes.“

Melzer traut Schwärzler in Chengdu jetzt alles zu

Der angesprochene sportliche Leiter des ÖTV, Melzer, sah als Betreuer persönlich vor Ort „natürlich ein taffes Match. Joel hatte viele Chancen und hat im zweiten Satz dann halt zu viele Fehler gemacht. Aber ich finde, der dritte Satz war von richtig hoher Qualität – zumal Cina bei den Returngames richtig gut returniert und ganz wenige Fehler gemacht hat. Also mit dem dritten Satz kann man schon zufrieden sein.“ Der Niederösterreicher bewertete den Halbfinaleinzug seines Schützlings aber mittlerweile nicht mehr als eine große Überraschung: „Es ist natürlich toll, dass er hier im Semifinale ist – keine Frage. Aber dort kann man ihn schon dazuzählen: Er steht in der Jugendweltrangliste auf Platz sieben und ist von jenen Leuten, die hier mitspielen, die Nummer drei.“

Mindestens genauso freute Melzer die Zähigkeit Schwärzlers: „Ich finde es cool, dass er sich rausfightet. Denn er hat immer wieder leichte Hänger drinnen, aber er fightet halt. Heute ist es einfach darum gegangen, das Match zu gewinnen. Das habe ich ihm auch vorher gesagt, und das hat er gemacht.“ Nun traue er dem ÖTV-Youngster alles zu: „Ich glaube, dass alle vier Semifinalisten das Turnier gewinnen können. Das ist, glaube ich, offen, und ich bin gespannt, was jetzt da herauskommt. Ich freue mich auf morgen.“

| GEPA pictures / Francois Asal

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